Die Pilates Story
Sein Leben, eine hollywoodreife Story
Joseph Pilates
Dass hinter dem Begriff Pilates ein legendärer Fitness-Visonär aus Mönchengladbach steht, wissen die wenigsten, die in die mittlerweile fast inflationär angebotenen Matten-Pilates-Kurse in Gyms und Sportvereinen pilgern, um ihre Problemzonen zu straffen. Dabei ist die Pilates Geschichte hollywoodreif. Vor allem aber zeigt sie, wie die beeindruckende Trainingsphilosophie Joseph Pilates‘ entstand.
Joseph Pilates wuchs in einer preußisch-katholischen Familie auf, als zweitältestes von neun Kindern. Sein Vater war Schlossergeselle – und zugleich ein erfolgreicher Turner. Der Körper war also früh Thema. Und doch begann Pilates nicht aus Stärke heraus, sondern aus Mangel: Asthma, Rachitis, rheumatisches Fieber. Gerade diese körperlichen Hürden schärften sein Bewusstsein – und weckten eine Entschlossenheit, sich den eigenen Körper zurückzuerobern. Er trainierte, experimentierte, las, suchte: Turnen, Gymnastik, Bodybuilding, Skifahren – und ebenso Einflüsse aus Yoga und Zen.
1912 ging er nach England. Dort verdiente er sein Geld – so berichtete er selbst – als professioneller Boxer, Zirkusartist und Lehrer für Selbstverteidigung an Polizeischulen. Er trainierte sogar Beamte des Scotland Yard. Dann kam der Erste Weltkrieg, und als Deutscher wurde er interniert. Eine Zwangspause – die für ihn zum Labor wurde: In dieser erzwungenen Ruhe entwickelte er die Grundlagen eines ganzheitlichen Trainingssystems, das er „Contrology“ nannte.
Er beobachtete Tierbewegungen, vertiefte sich weiter in körperliche Prinzipien, unterrichtete Mitgefangene – und formte aus all dem eine Methode, die nicht aus „mehr“ besteht, sondern aus besser: Kontrolle, Zentrierung, Stabilität. Nach dem Krieg kehrte er nach Deutschland zurück, arbeitete mit wichtigen Vertretern der Bewegungslehre zusammen und trainierte unter anderem in Hamburg auch die Polizei.
1926 wanderte Pilates in die USA aus – nach New York, dorthin, wo Tanz und Körperkultur sich verdichteten. Auf der Überfahrt lernte er Clara Zeuner kennen, eine Krankenschwester, die später seine Frau wurde. Gemeinsam übernahmen sie ein Box- und Trainingsstudio in der 939 Eight Avenue – im selben Gebäude wie das New York City Ballet. Von Beginn an war klar: Diese Arbeit gehört nicht in die Nische. Sie gehört an den Körper selbst – dorthin, wo Präzision entscheidet.
Claras medizinischer Blick veränderte die Methode spürbar. Aus der ursprünglichen Strenge entstand zusätzlich eine sanftere, rehabilitativere Linie – ohne den Kern zu verwässern. Das Studio wurde Anlaufstelle für Tänzerinnen, Tänzer, Choreographen: Martha Graham, George Balanchine, Hanya Holm, Rudolf von Laban. Und später auch für Schauspielgrößen wie Katharine Hepburn und Lauren Bacall. Die Nähe zum Tanz ist kein Zufall: Zentrierung, Stabilität, Kontrolle – genau dort beginnt Ausdruck.
Pilates arbeitete nicht nach Schema. Er arbeitete am Menschen. Für jeden Klienten stellte er individuelle Programme zusammen, entwickelte Übungen neu, passte an, verfeinerte. Er praktizierte bis ins hohe Alter, schrieb Bücher, blieb Forscher seiner eigenen Methode. Er starb mit 83 Jahren in New York an einem Lungenemphysem – ohne Testament, ohne formell geregelte Nachfolge.
Clara führte das Studio weiter und unterrichtete bis zu ihrem Tod zehn Jahre später. Dass „Contrology“ lebendig blieb, lag schließlich an den Schülern: Sie eröffneten eigene Studios, trugen die Methode hinaus, entwickelten sie weiter – und hielten dabei das Entscheidende fest: Pilates ist keine Mode. Es ist Körperarbeit. Ehrlich. Präzise. Und bis heute bemerkenswert aktuell.
Joseph Pilates wuchs in einer preußisch-katholischen Familie auf, als zweitältestes von neun Kindern. Sein Vater war Schlossergeselle – und zugleich ein erfolgreicher Turner. Der Körper war also früh Thema. Und doch begann Pilates nicht aus Stärke heraus, sondern aus Mangel: Asthma, Rachitis, rheumatisches Fieber. Gerade diese körperlichen Hürden schärften sein Bewusstsein – und weckten eine Entschlossenheit, sich den eigenen Körper zurückzuerobern. Er trainierte, experimentierte, las, suchte: Turnen, Gymnastik, Bodybuilding, Skifahren – und ebenso Einflüsse aus Yoga und Zen.
1912 ging er nach England. Dort verdiente er sein Geld – so berichtete er selbst – als professioneller Boxer, Zirkusartist und Lehrer für Selbstverteidigung an Polizeischulen. Er trainierte sogar Beamte des Scotland Yard. Dann kam der Erste Weltkrieg, und als Deutscher wurde er interniert. Eine Zwangspause – die für ihn zum Labor wurde: In dieser erzwungenen Ruhe entwickelte er die Grundlagen eines ganzheitlichen Trainingssystems, das er „Contrology“ nannte.
Er beobachtete Tierbewegungen, vertiefte sich weiter in körperliche Prinzipien, unterrichtete Mitgefangene – und formte aus all dem eine Methode, die nicht aus „mehr“ besteht, sondern aus besser: Kontrolle, Zentrierung, Stabilität. Nach dem Krieg kehrte er nach Deutschland zurück, arbeitete mit wichtigen Vertretern der Bewegungslehre zusammen und trainierte unter anderem in Hamburg auch die Polizei.
1926 wanderte Pilates in die USA aus – nach New York, dorthin, wo Tanz und Körperkultur sich verdichteten. Auf der Überfahrt lernte er Clara Zeuner kennen, eine Krankenschwester, die später seine Frau wurde. Gemeinsam übernahmen sie ein Box- und Trainingsstudio in der 939 Eight Avenue – im selben Gebäude wie das New York City Ballet. Von Beginn an war klar: Diese Arbeit gehört nicht in die Nische. Sie gehört an den Körper selbst – dorthin, wo Präzision entscheidet.
Claras medizinischer Blick veränderte die Methode spürbar. Aus der ursprünglichen Strenge entstand zusätzlich eine sanftere, rehabilitativere Linie – ohne den Kern zu verwässern. Das Studio wurde Anlaufstelle für Tänzerinnen, Tänzer, Choreographen: Martha Graham, George Balanchine, Hanya Holm, Rudolf von Laban. Und später auch für Schauspielgrößen wie Katharine Hepburn und Lauren Bacall. Die Nähe zum Tanz ist kein Zufall: Zentrierung, Stabilität, Kontrolle – genau dort beginnt Ausdruck.
Pilates arbeitete nicht nach Schema. Er arbeitete am Menschen. Für jeden Klienten stellte er individuelle Programme zusammen, entwickelte Übungen neu, passte an, verfeinerte. Er praktizierte bis ins hohe Alter, schrieb Bücher, blieb Forscher seiner eigenen Methode. Er starb mit 83 Jahren in New York an einem Lungenemphysem – ohne Testament, ohne formell geregelte Nachfolge.
Clara führte das Studio weiter und unterrichtete bis zu ihrem Tod zehn Jahre später. Dass „Contrology“ lebendig blieb, lag schließlich an den Schülern: Sie eröffneten eigene Studios, trugen die Methode hinaus, entwickelten sie weiter – und hielten dabei das Entscheidende fest: Pilates ist keine Mode. Es ist Körperarbeit. Ehrlich. Präzise. Und bis heute bemerkenswert aktuell.
Die Pilates Story
Der Autor und Motivationstrainer Christo Foerster (Dein bestes Ich®) hat die Pilates Story in der Zeitschrift Fit for Fun erzählt – und zwar so rund, dass wir sie dir hier mit seiner freundlichen Genehmigung gerne zeigen wollen.
Viel Spaß beim Lesen: Joseph Pilates: Sie nannten ihn Uncle Joe
Außerdem kommst du hier zu den englischsprachigen Wikipedia-Einträgen Pilates (Methode) und Joseph Pilates
Beeindruckende Originalfotos von Joseph Pilates findest du auf der Website des amerikanischen Fotografen I.C. Rapoport


